Gerhard Eitel

Durch meine hier ansässigen Großeltern und Eltern bin ich mit der Purkersdorfer Geschichte seit dem 1. Weltkrieg wohlvertraut. Als Volksschüler und Ministrant erlebte ich den Beginn der bevölkerungsmäßigen Expansion sowie aller strukturellen und politischen Veränderungen seither. Die Gratiswürstel anläßlich der Stadterhebungsfeier ist ein bleibender Eindruck aus meiner Kindheit.

Als Studienrichtungsvertreter und Fakultätsmandatar an der Uni Wien sammelte ich erste Erfahrungen in politischen Gremien. Nach meinem Studium war ich im Wiener Sozialbereich im Bereich Dokumentation tätig. Ich koordinierte einige Jahre lang die österreichweiten Unterstützungsmaßnahmen für wohnungslose Menschen und leitete das erste österreichisches Forschungsprojekt zu diesem Thema (Fertigstellung 1998). In den 90er Jahren begann auch mein Engagement auf europäischer Ebene im Städtenetzwerk EUROCITIES und als österreichischer Delegierter beim EUROPARAT.  

Nach einer erfolgreichen gerichtlichen Auseinandersetzung mit meinem Arbeitgeber (Stadt Wien bzw. Fonds Soziales Wien) beschränkte ich mich bis zu meiner kürzlich erfolgten Pensionierung auf die Tätigkeit als gewählter Mandatar in Personalvertretung und Betriebsrat.

Diese internationale Tätigkeit im Sozialbereich hat mir eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig eine wirkliche LINKE in allen Politikbereichen ist. Egal ob Stadt, Provinz oder Nationalstaat, ein kräftiges Lebenszeichen von Linksparteien bewirkt überall eine bessere Durchsetzbarkeit einer Politik, welche die einkommensschwächere Bevölkerungsmehrheit begünstigt.

Auf meinen zahlreichen Reisen erlebe ich immer wieder, welche Auswirkungen ein politischer Wechsel auf ein Land bzw. seine Bevölkerung hat. Das Ende der rechtsreaktionären Diktaturen in Südeuropa hat diese Länder an die westeuropäischen Standards herangeführt. Die wechselhaften Machtverhältnisse in Lateinamerika zeigen oft die positiven Auswirkungen von Linksregierungen auf die Mehrheitsbevölkerung und leider auch das Gegenteil wie derzeit in Brasilien.

Ohne tatkräftige Linkskräfte bleibt die traditionelle Sozialdemokratie leider weiterhin auf ihrem neoliberalen Kurs, den sie vor über 30 Jahren eingeschlagen hat. Daher braucht es auch in Österreich dringend eine echte Linkspartei, um die hier vorherrschende konservative bzw. reaktionäre Politik zu beenden und auch um die Linkspartei auf europäischer Ebene weiter zu stärken. Diese neue Initiative in Purkersdorf unterstützt all diese Bemühungen, was ich für sehr wichtig halte.

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